Wird der Flugplatz Egelsbach ausgebaut?

Die Ankündigung, am Flugplatz Frankfurt-Egelsbach bauliche Veränderungen vorzunehmen, sorgt immer wieder für - oft nur von Politikern geschührte - Unruhe in der Bevölkerung. So war das regelmäßig in der Vergangenheit und ist auch wieder zu erwarten, wenn die Diskussion über die Einrichtung eines Intsrumentenanflugverfahrens in die Öffentlichkeit getragen wird. Dabei wird oft behauptet, man wolle der Bevölkerung unter Vorspiegellung falscher Tatsachen eine höhere Belastung "verkaufen". In diesem Fall steht natürlich eine vermeintlich höhere Lärmbelastung im Vordergrund. Die in Egelsbach in Frage kommenden Veränderungen können allerdings gar nicht so dramatisch sein, wie es oft dargestellt wird, weil das bauliche Umfeld kaum Möglichkeiten für eine nennenswerte Erweiterungen zulässt. Im Wesenlichen geht es um die Erhöhung der Sicherheit und das kann nur in jedermanns Interesse sein.
Um maximale Sicherheit zu ermöglichen, ist ein Instrumentenanflugverfahren nötig, um auch bei schlechtem Wetter  sichere Landungen gewährleisten zu können. In Egelsbach existiert derzeit kein instrumentengestütztes Verfahren für den An- oder Abflug.
Was nicht ist, sollte noch werden. Der frühere Mehrheitseigner Netjets hat sich beim Kauf des Flugplatzes vorgenommen, ein Instrumentenanflugverfahren einzurichten. Für Netjets war das die Realisierung eines weltweit angewandten Sicherheitskonzepts. Dass diese Verfahren bis heute noch nicht eingerichtet und aktiv sind, liegt letztlich an dem riesigen bürokratischem Aufwand, der für die entsprechende Genehmigung notwendig ist. Inzwischen sind alle Maßnahmen und Anträge, die durch die Betreibergesellschaft durchzuführen sind, erfolgt und man wartet auf die Einrichtung der Verfahren durch die DFS (Deutsche Flugsicherung).
Die Vorschriften haben sich dank europäischer Anpassungen dahingehend geändert, dass inzwischen ein instrumentetgestützter Anflug auf eine "non-instrument-runway", so wie in Egelsbach, möglich ist. Dadurch ist die Verlegung der Landebahn in Richtung Westen, also der vieldiskutierte "Ausbau", erst einmal vom Tisch. Allerdings hat sich das Genehmigungsverfahren dadurch leider nicht beschleunigt.
Ein Instrumentenanflugverfahren auf Egelsbach wird es nur von der östlichen Seite geben, weil auf der westlichen Seite die Starbahn 18 des Frankfurter Flughafens schlicht im Weg der Anfluggrundlinie ist.
Weiterhin wird es aufgrund der Hindernissituation im Osten (wegen der Bahnlinie)auch kein Anflugminimum wie in Frankfurt geben. Etwa die letzten 200 Höhenmeter müssen daher immer unter Sichtflugbedingungen abgebaut werden.
Ab bestimmten Wolkenuntergrenzen und einer minimal festgelegten Sicht wird in Egelsbach auch mit Instrumentenanflugverfahren in Zukunft kein Flugbetrieb stattfinden können.
Also keine größeren Flugzeuge, keine steigenden Verkehrszahlen und keine Flüge mitten in der Nacht. Lediglich einige Starts und Landungen bei schlechtem Wetter, die heute noch auf andere Flughäfen ausweichen müssen. Auch was das schlechte Wetter angeht, sind die Möglichkeiten mit einem Instrumentenanflugverfahren nicht grenzenlos. 
Noch ein Wort zur Sicherheit: Die bedauernswerten Unfälle im Dezember 2009 und 2012, bei dem insgesamt acht Menschen ihr Leben verloren haben, wären mit größter Wahrscheinlichkeit nicht passiert, wenn es ein Instrumentenanflugverfahren gegeben hätte.
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