Absturz am 31.3.

Am 31.03.2019 hat sich am Flugplatz Egelsbach ein tragischer Unfall ereignet. Ein Kleinflugzeug stützte beim Anflug in einen Spargelacker, brannte aus und die drei Insassen starben. Dass es sich dabei um eine der reichsten Frauen Russlands und ihren Vater, sowie einen Piloten gehandelt hat, hat die Presse zu kernigen Schlagzeilen animiert. Ein fast gleichzeitig passierter schwerer Verkehrsunfall in der Nähe, bei dem zwei Menschen starben und drei Polizisten schwer verletzt wurden, war dagegen nur eine kurze Notiz wert.

s war die Rede vom „Todesflughafen“ und die Frage nach der Sicherheit schwebte fast über allen Artikeln zu dem Flugunfall. Dass bei solchen Gelegenheiten immer wieder merkwürdige Floskeln, wie „...verschwand vom Radarschirm…“ oder „…geriet ins Trudeln...“ verwendet werden, die von wenig Sachverstand zeugen, ist man schon gewohnt. Dass aber die Flugsicherung sich öffentlich zu so einem Fall äußert und leicht nachvollziehbar falsche Behauptungen in die Welt setzt, ist zumindest überraschend, wenn nicht beunruhigend. Es wurde behauptet, für Egelsbach sei bereits ein ILS (Instrumenten Lande System) beantragt aber abgelehnt worden. Nichts davon ist richtig. Beantragt wurde ein GPS- An- und Abflugverfahren, was sich derzeit noch in der Genehmigungsphase befindet und hoffentlich in einiger Zeit den An- und Abflug in Egelsbach auch bei schlechterem Wetter als am 31.3. ermöglicht.

Das Wetter hat bei dem letzten Unfall allerdings sicher keine Rolle gespielt. Strahlender Sonnenschein, kaum Wind und sehr gute Sichten sind eher Garanten für einen sicheren Sichtflug. Auch von einem problematischen Anflug wurde geredet. Dabei kann man sich kaum einen einfacheren Anflug als den entlang einer achtspurigen Autobahn bis hin zu Endanflug vorstellen, der sogar bei Dämmerung und Dunkelheit dank reichlichem Straßenverkehr immer hell erleuchtet ist. Nach allem, was bisher bekannt ist, haben die spezifischen Gegebenheiten rund um den Flugplatz Egelsbach keinen Einfluss auf den Verlauf des Unfallfluges gehabt. Vielmehr waren es wohl mehrere grobe Fehler des Piloten, die zum Absturz geführt haben. Ob technische Ursachen zusätzlich eine Rolle gespielt haben könnten, wird die Unfalluntersuchung möglicherweise zu Tage fördern. Hinweise, wie ein Notruf des Piloten oder zuverlässige Zeugenaussagen dazu gibt es jedenfalls nicht.

Unfälle mit tödlich Verletzten sind immer tragisch, ob auf der Straße oder im Luftverkehr. Gerade im engen Familienkreis kommt es danach meist zu schlimmen Tragödien und oft dauert es lange, bis Angehörige über den unerwarteten Verlust hinweg kommen. Der Respekt und das Mitgefühl mit den Angehörigen sollten dazu führen, alle Anstrengungen dahingehend zu kanalisieren, dass Fehler, die zu solchen Unfällen beigetragen haben, nicht mehr vorkommen. Dazu gehört auch, sachlich und nicht spekulierend mit der Situation umzugehen und solche schweren Unfälle nicht für eigene Interessen, auch wenn es nur eine knallige Schlagzeile ist, zu instrumentalisieren.

Alle Piloten und Nutzer am Flugplatz Egelsbach sprechen den Angehörigen der fünf Todesopfer ihr aufrichtiges Mitgefühl aus und wünschen ihnen Kraft, den schweren Verlust zu überwinden.

 

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