Netjets prüft Verkauf der Anteile

Anfang November des letzten Jahres wurde bekannt, dass Netjets als Mehrheitseigner des Flugplatzes Egelsbach prüfen will, ob man seine Anteile (ca. 87%) verkaufen kann. Selbstverständlich wird Netjets bis zu einem möglichen Verkauf allen Verpflichtungen, die aus dem Betrieb des Flugplatzes entstehen, nachkommen.Aufgrund des wirtschaflichen Hintergrundes von Netjets besteht natürlich an der Verlässlichkeit dieser Aussagen keinerlei Zweifel.

Warum zieht sich aber nun Netjets nach neun Jahren von seinem Engagement in Egelsbach zurück? Auf diese Frage gibt es zweifellos nur eine Antwort: Die Erwartungen im Hinblick auf neue Kunden für Flugzeuganteile aus dem Rhein-Main Gebiet sind wohl nicht erfüllt worden. Sicher liegt es nicht daran, dass der Betrieb des Flugplatzes schon seit vielen Jahren defizitär ist, denn das war auch Netjets von Beginn an klar. Infrastruktur wirtschaftlich zu betreiben, ist naturgemäß schwer bis unmöglich und gelingt daher nur in Ausnahmefällen.

Ein weiterer Grund mag darin liegen, dass bis heute kein Instrumenten An- und Abflugverfahren eingerichtet ist und Netjets daher in vielen Fällen den Flughafen Frankfurt anfliegt, wo es seit der Eröffnung der Nord-West Bahn vorerst ausreichend Slots gibt. Dass in Egelsbach bis heute kein IFR-Verfahren vorhanden ist, liegt nicht an Netjets, sondern an den gängigen Interpretationen der Vorschriften durch endlos träge Behörden. Netjets hat alle nötigen Schritte unternommen und wahrscheinlich wird das auch irgendwann zum Erfolg führen. Die zusätzlich zu erwartenden Flugbewegungen werden das Defizit wahrscheinlich nicht verhindern, sondern allenfalls verringern können. Als Ausgleich für ein geringeres Defizit wären natürlich auch weniger neue Kunden notwendig, was die Situation deutlich entspannen könnte. Der Verkauf der Flugplatzanteile ist für Netjets sicher keine Überlebensfrage, daher könnte es immer noch zu einer Lösung mit Netjets kommen.

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