Nutzerausschuss des Flugplatzes Frankfurt-Egelsbach fordert Maßnahmen

Der Flugzeugabsturz vom 1.März dieses Jahres hat alle Mitglieder des Nutzerausschusses erschüttert. Den Hinterbliebenen drücken wir unser mitfühlendes Beileid aus.
Angesichts dieses tragischen Unfalls, bei dem fünf Menschen ihr Leben verloren haben, fordert der Nutzerausschuss alle Beteiligten an dem Genehmigungsverfahren des beantragten Instrumentenanflugverfahrens für den Flugplatz Frankfurt-Egelsbach auf, dieses Verfahren zu beschleunigen und zu einem positiven Ergebnis zu bringen.

Dieser Unfall und der vom 7.12.2009, bei dem bereits drei Menschen umgekommen waren, ereigneten sich bei ähnlichen Wetterbedingungen. Ohne den Ergebnissen der Unfalluntersuchung vorgreifen zu wollen, vermuten die Mitglieder des Nutzerausschusses, dass auch bei dem diesjährigen Unfall die Fehleinschätzung der Flughöhe eine Rolle gespielt haben könnte.
Sollte auch im Fall der verunglückten Cessna Citation vom 1.3.2012 wieder ein solcher Pilotenfehler als Hauptursache ermittelt werden, würde das in den Augen der Nutzer umso mehr begründen, dass hier Maßnahmen zur navigatorischen Unterstützung der Piloten und somit zur Verbesserung der Sicherheit getroffen werden müssen. Allerdings können in jedem Fall moderne Navigationsmittel eine höhere Sicherheit bewirken, auf die man heute nicht zu verzichten braucht. Die Mitglieder des Nutzerausschusses sind überzeugt, dass beide Unfälle sich nicht ereignet hätten, wenn ein instrumentengestütztes Anflugverfahren (ILS oder ein GPS-basiertes Anflugverfahren) vorhanden gewesen wäre. Solche Verfahren sind an vielen anderen mit Frankfurt-Egelsbach vergleichbaren Flugplätzen in Deutschland und weltweit längst zum gängigen Standard geworden. Ein weiteres Abwarten aus ökonomischen oder politischen Gründen ist inakzeptabel, Sicherheitsüberlegungen müssen in der Luftfahrt eindeutig den Vorrang haben.
In Zeiten einer hochpräzisen durch GPS gestützten Navigation ließen sich zunächst in der Übergangszeit bis ein Präzisionsanflugverfahren eingerichtet ist, Navigationshilfen entwickeln, die bereits heute Anflüge unter Sichtflugbedingungen sicherer machen könnten. Speziell bei den Wechselverfahren vom Instrumentenflug (IFR) zum Sichtflug (VFR) klafft derzeit eine Lücke, die geschlossen werden könnte. Die Mitglieder des Nutzerausschusses empfehlen, eine navigatorische Hilfe für den Sichtanflug zu entwickeln, bei dem sicheren Flughöhen bis zum einem Endanflugpunkt empfohlen werden, an dem der Sinkflug zur Landung begonnen werden kann. Die Mitglieder des Nutzerausschusses sind bereit, alle ihre Sachkenntnis und Unterstützung dafür zur Verfügung zu stellen.

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